Prolution Retrospektive – Rahmen und Zielfokus

Die Idee der Prolution Retrospektive

Rahmen und Ziel in der Prolution Retrospektive
Rahmen und Ziel in der Prolution Retrospektive

Zwei Gedanken waren die Eltern der Prolution (Process & Solution) Retrospektive:

  • Selbstorganisation braucht einen Rahmen. Wo kein Rahmen ist führt Selbstorganisation zwar sicherlich auch zu einem Ziel – aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu dem das wir uns vorstellen.
  • Lösungsfokussierte Retrospektiven. Auf dem letzten Agile Monday in Nürnberg hatte ich das Vergnügen dem tollen Vortrag von Ralph Miarka zu lösungsfokussierten Retrospektiven beiwohnen zu dürfen. Hängen bleibt der Gedanke: Warum sich mit Problemen beschäftigen, wenn man an Lösungen arbeiten kann? 🙂

Heraus kam eine Retrospektive, in der wir die wichtigen Prozesse des Entwicklungsteams als Struktur nutzen und für jeden einzelnen Prozessschritt den Grundgedanken des Lösungsfokus anwenden. Hierdurch fokussieren wir stark auf konkrete Verbesserungspotentiale und lenken den Fokus weg von global-galaktischen Problemen.

Vorbereitung

In der Durchführung der Retrospektive sehen wir uns jeden konkreten Prozessschritt an und malen mit dem Team gemeinsam ein ideales Bild dieses Schrittes (oder Artefakts) aus. Um dies zu erreichen brauchen wir zum einen Raum um das „Bild“ zu malen und Lösungsoptionen zu erarbeiten. Zum anderen benötigen wir eine Herleitung. Das bedeutet, wir benötigen:

  • Eine Metaplanwand je Prozess-Schritt bzw. Artefakt
  • Artefakte, die den heutigen Zustand sichtbar machen (z.B. ein Foto vom Taskboard, einige User-Stories, …)

Artefakte, bzw. Prozessschritte können beispielsweise sein: Das Product Backlog, Sprint-Vorbereitung (Refinement), die Entwicklungs-Phase (Taskboard), die Test-Phase, die Bereitstellung des Produkts, …

Durchführung

Nach einer für Euch passenden „Set the Stage“ Phase läuft die Retrospektive dann recht einfach ab:

  1. Der Moderator geht zur Meta-Planwand mit dem respektiven Prozessschritt und zeigt auf ein paar aktuelle Artefakte.

    Ist-Zustand (blau), Ideal-Bild (grün), Schritte/Maßnahmen (rot)
    Ist-Zustand (blau), Ideal-Bild (grün), Schritte/Maßnahmen (rot)
  2. Er erklärt, wie aus seiner Sicht der ideale (natürlich unerreichbare) Zustand aussieht.
  3. Dann geht die gleiche Frage ans Team: „Wie würde dieser Prozessschritt (z.B. das Taskboard am Ende des Sprints) in der idealen Welt aussehen, die wir anstreben?“.
  4. Sammeln der „Bildelemente“ auf Moderationskarten und anbringen an der Metaplanwand.
  5. Das tut ihr so lange, bis ihr das Gefühl habt, dass das Team engagiert ist in der Entwicklung des Idealzustands. (Frage: „Was noch? Was noch? Was noch? …“)
  6. Dann fragt der Moderator: „Was können wir/jeder für sich selbst tun, damit wir diesem Idealbild einen kleinen Schritt näher kommen?“
  7. „Was noch? Was noch? Was noch?“
  8. Maßnahmen die genannt werden hinterfragt der Moderator so lange mit „Woran würdest Du erkennen, dass uns das geholfen hat?“ bis er das Gefühl hat, die Maßnahme ist hinreichend konkret.
  9. Goto 1 für den nächsten Prozess-Schritt.

Das tut der Moderator so lange, bis gerade noch Zeit genug übrig ist um die wichtigsten Maßnahmen vom Team in einem geeigneten Template ausarbeiten zu lassen. Mechanismen hierfür sind z.B. Dot-Voting, Priority Race, Arbeit in Teilgruppen, ….

Nachbereitung

Die entstandenen und ausgefüllten Maßnahmen-Templates werden gut sichtbar im Teamraum oder an einem ähnlich häufig frequentierten und zugänglichen Platz ausgestellt.

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