Positive Paranoia Challenge Retrospektive

Positive Paranoia Challenge
Party on: Positive Paranoia Challenge

Kontinuierliche Verbesserung ist gut. Ständiger Fokus auf die Dinge die nicht funktionieren kann deprimierend sein. Für einen guten ScrumMaster ist es wichtig in Retrospektiven Probleme zu identifizieren und anzugehen. Aber es ist auch wichtig, den Fokus auf die Dinge zu richten, die gut funktionieren. Und auf die Dinge, die schon gemeinsam erreicht wurden. Zu diesem Zweck habe ich mir mit einem Kollegen eine kleine Übung für den Start einer Retrospektive ausgedacht (Set the Stage). Ich nenne sie einfach mal die „Positive Paranoia Challenge“:

  1. Besorge zwei Packungen Süßigkeiten (vor der Retrospektive)
  2. Teile das Team in zwei Teil-Teams und gib jedem Teil-Team Post-Its und Marker
  3. Die Teams spielen gegeneinander: Das Team, das die meisten positiven Dinge, die wir in den letzten X Wochen/Monaten verändert haben findet und auf Post-Its bringt gewinnt den großen Preis (an dieser Stelle eine der Süßigkeiten-Packungen hochheben).
  4. Die Teams bekommen 5 Minuten Zeit um zu sammeln.
  5. Der Wettkampf wird auf zwei Metaplanwänden (oder Wänden) ausgetragen. Wer mehr Post-Its vorstellt gewinnt.
  6. Am Ende gewinnen natürlich beide Teil-Teams. Jedes Team bekommt eine Packung Süßigkeiten.

Viel Spaß beim Fokus auf die positiven Dinge des Teamlebens 🙂

Was macht ihr, um die guten Dinge, die erreicht wurden zu feiern?

Prolution Retrospektive – Rahmen und Zielfokus

Die Idee der Prolution Retrospektive

Rahmen und Ziel in der Prolution Retrospektive
Rahmen und Ziel in der Prolution Retrospektive

Zwei Gedanken waren die Eltern der Prolution (Process & Solution) Retrospektive:

  • Selbstorganisation braucht einen Rahmen. Wo kein Rahmen ist führt Selbstorganisation zwar sicherlich auch zu einem Ziel – aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu dem das wir uns vorstellen.
  • Lösungsfokussierte Retrospektiven. Auf dem letzten Agile Monday in Nürnberg hatte ich das Vergnügen dem tollen Vortrag von Ralph Miarka zu lösungsfokussierten Retrospektiven beiwohnen zu dürfen. Hängen bleibt der Gedanke: Warum sich mit Problemen beschäftigen, wenn man an Lösungen arbeiten kann? 🙂

Heraus kam eine Retrospektive, in der wir die wichtigen Prozesse des Entwicklungsteams als Struktur nutzen und für jeden einzelnen Prozessschritt den Grundgedanken des Lösungsfokus anwenden. Hierdurch fokussieren wir stark auf konkrete Verbesserungspotentiale und lenken den Fokus weg von global-galaktischen Problemen.

Vorbereitung

In der Durchführung der Retrospektive sehen wir uns jeden konkreten Prozessschritt an und malen mit dem Team gemeinsam ein ideales Bild dieses Schrittes (oder Artefakts) aus. Um dies zu erreichen brauchen wir zum einen Raum um das „Bild“ zu malen und Lösungsoptionen zu erarbeiten. Zum anderen benötigen wir eine Herleitung. Das bedeutet, wir benötigen:

  • Eine Metaplanwand je Prozess-Schritt bzw. Artefakt
  • Artefakte, die den heutigen Zustand sichtbar machen (z.B. ein Foto vom Taskboard, einige User-Stories, …)

Artefakte, bzw. Prozessschritte können beispielsweise sein: Das Product Backlog, Sprint-Vorbereitung (Refinement), die Entwicklungs-Phase (Taskboard), die Test-Phase, die Bereitstellung des Produkts, …

Durchführung

Nach einer für Euch passenden „Set the Stage“ Phase läuft die Retrospektive dann recht einfach ab:

  1. Der Moderator geht zur Meta-Planwand mit dem respektiven Prozessschritt und zeigt auf ein paar aktuelle Artefakte.

    Ist-Zustand (blau), Ideal-Bild (grün), Schritte/Maßnahmen (rot)
    Ist-Zustand (blau), Ideal-Bild (grün), Schritte/Maßnahmen (rot)
  2. Er erklärt, wie aus seiner Sicht der ideale (natürlich unerreichbare) Zustand aussieht.
  3. Dann geht die gleiche Frage ans Team: „Wie würde dieser Prozessschritt (z.B. das Taskboard am Ende des Sprints) in der idealen Welt aussehen, die wir anstreben?“.
  4. Sammeln der „Bildelemente“ auf Moderationskarten und anbringen an der Metaplanwand.
  5. Das tut ihr so lange, bis ihr das Gefühl habt, dass das Team engagiert ist in der Entwicklung des Idealzustands. (Frage: „Was noch? Was noch? Was noch? …“)
  6. Dann fragt der Moderator: „Was können wir/jeder für sich selbst tun, damit wir diesem Idealbild einen kleinen Schritt näher kommen?“
  7. „Was noch? Was noch? Was noch?“
  8. Maßnahmen die genannt werden hinterfragt der Moderator so lange mit „Woran würdest Du erkennen, dass uns das geholfen hat?“ bis er das Gefühl hat, die Maßnahme ist hinreichend konkret.
  9. Goto 1 für den nächsten Prozess-Schritt.

Das tut der Moderator so lange, bis gerade noch Zeit genug übrig ist um die wichtigsten Maßnahmen vom Team in einem geeigneten Template ausarbeiten zu lassen. Mechanismen hierfür sind z.B. Dot-Voting, Priority Race, Arbeit in Teilgruppen, ….

Nachbereitung

Die entstandenen und ausgefüllten Maßnahmen-Templates werden gut sichtbar im Teamraum oder an einem ähnlich häufig frequentierten und zugänglichen Platz ausgestellt.

Maßnahmen. Nachhaltig. Ein Template.

So manche Maßnahme aus Retrospektiven geht unbearbeitet und unverstanden in die ewigen Jagdgründe ein. Manchmal ist das unausweichlich, weil die Maßnahme in der Retrospektive toll aussah, aber in der Praxis einfach nicht mehr. Manchmal liegt es aber auch einfach daran, dass die Maßnahme nicht von allen gleich verstanden wird oder schnell aus dem Gedächtnis verschwindet.

Was soll ich nur tun?

Es kann durchaus hilfreich sein, dem Team nach dem finden der Maßnahme nochmal die Gelegenheit zu geben gemeinsam festzuhalten, was genau zu welchem Zweck passieren soll. Dabei ist es sehr nützlich, für jede Maßnahme vom Team ein Template ausfüllen zu lassen. Hört sich kompliziert an. Ist aber sehr einfach. Im Wesentlichen beantwortet das Team dabei für jede Maßnahme nochmal die drei Fragen:

Maßnahmen Template
Maßnahmen Template
  • „Was ist das Ziel dieser Maßnahme?“ – Das sorgt für ein gemeinsames Verständnis dessen, was das Team mit dieser Maßnahme erreichen will. Außerdem wird der Fokus weg vom Problem – hin zur Lösung gelegt.
  • „Was konkret tun wir dafür?“ – Diese Frage sorgt für Klarheit und die Möglichkeit des Commitment.
  • „Woran erkennen wir in der nächsten Retrospektive, dass die Maßnahme erfolgreich war?“ – Mit dieser Frage helfen wir dem Team nach funktionierenden Vorboten Ausschau zu halten. Worauf müssen wir achten, um erfolgreich zu werden?

Dies kann gemeinsam auf einem Flipchart in ca. 5-10 Minuten pro Maßnahme ausgearbeitet werden. Alternativ kann sich das Team auch in Teilgruppen teilen und mehrere Maßnahmen gleichzeitig bearbeiten.

Die ausgefüllten Templates bieten sich dann auch wunderbar an, um sie im Teamraum deutlich sichtbar aufzuhängen und damit eine ständige Erinnerung zu haben.

Warum nicht „5 Whys“ in Retrospektiven?

 

5 Whys
5 Whys

Wer häufiger Retrospektiven moderiert ist oft auf der Suche nach guten Ideen um diesen eine interessante und für die Teilnehmer wertvolle Struktur zu geben. Ein sehr hilfreiches Tool ist hier der Retro-O-Mat von Corinna Baldauf. Aber nicht alle Übungen, die man im Internet findet sind für Retrospektiven zu empfehlen. Heute schauen wir uns einmal ein sehr bekanntes Tool an, das ich schon häufig in der freien Wildbahn erleben durfte. Die „5 Whys“. Ich werde argumentieren, dass die 5 Whys – trotz dem sie oft verwendet werden – eigentlich ein schlechtes Tool für Retrospektiven sind.

Was sind die „5 Whys“?

Die „5 Whys“ sind eine Idee aus der Ecke des Lean Manufacturing. Genauer gesagt sind sie ein Hilfsmittel aus dem Toyota Production System (TPS). Dort werden sie verwendet um bei Fehlern der Wurzel des Problems auf die Schliche zu kommen. Die Grundidee ist es, nicht nach dem ersten „Warum“ mit dem Fragen aufzuhören, sondern nach der ersten Antwort noch mindestens vier mal „Warum“ nachzufragen um die wirklichen Ursachen des Problems zu finden. Das ist natürlich sehr hilfreich, da es wenig Sinn macht, Symptome zu bekämpfen, wenn man Ursachen behandeln kann. Aus diesem Grund haben es die „5 Whys“ wohl auch in Retrospektiven in agilen Teams geschafft. Sie sind sogar eine der Übungen, die in „Agile Retrospectives“ von Derby/Larsen in der „Generate Insights“-Phase vorgeschlagen werden. Und natürlich findet man die 5-Whys auch in vielen Online-Ressourcen zum Thema.

Was sind Retrospektiven?

Was aber ist eine Retrospektive in einem agilen Team? Grundsätzlich ein Termin, in dem es darum geht, Probleme aufzudecken, Lösungen zu finden und Verbesserung zu erzielen… Wenn das so ist, dann passen die „5 Whys“ doch wie aufs Auge! Oder?

Warum nicht „5 Whys“?

Why Not?
Why Not?

Unglücklicherweise sind die Kontexte, in denen wir Retrospektiven durchführen keine mechanischen Systeme (wie das bei der Ursachenanalyse im TPS der Fall ist). Vielmehr gehen wir – oder zumindest ich – davon aus, dass wir es mit komplexen adaptiven Systemen (CAS) zu tun haben. Diese Systeme haben viele interessante Eigenschaften. Unter anderem gibt es in einem komplexen adaptiven System keine lineare (oder sogar keine erkennbare) Ursache-Wirkungs-Korrellation mehr. Das bedeutet, wir können für ein gegebenes Ereignis nie sicher sagen, was die Ursache dafür war. Wer das große Glück hat, Vater oder Mutter zu sein, wird das sofort verstehen: Geben Sie mal den genauen Grund an, warum ihr Kind seinen Schlitten mit großer Freude über das neue Laminat zieht. Oder warum es sich plötzlich im Badezimmer auf den Boden wirft und anfängt zu brüllen… Vermutlich ist es eine große, unübersehbare Menge an Dingen, die vorher passiert sind und zu diesem Ergebnis geführt haben.

Complex Adaptive Systems: „The number of elements is sufficiently large that conventional descriptions […] are not only impractical, but cease to assist in understanding the system.“ (Wikipedia on Complex Adaptive Systems)

Wie viel Sinn macht es, in einem solchen System zu versuchen die eine Wurzel des Problems zu finden? Richtig: keinen.

Und so sind die „5 Whys“ ein wunderbares tool um in komplizierten, technischen oder mechanischen Systemen Ursachenanalyse zu betreiben. In Retrospektiven haben sie nur selten einen echten Wert.

Weihnachts-Retrospektive

Weihnachts-Retrospektive
Weihnachts-Retrospektive

Letztes Jahr hatte ich die große Freude die letzte Retrospektive vor Weihnachten mit der großartigen Andrea Hanna vorbereiten und durchführen zu dürfen. Gemeinsam haben wir ein „Set the Stage“ und „Closing“ für die Retrospektive entwickelt, das die weihnachtliche Stimmung aufnimmt und somit einen schönen Rahmen für die übrige Retrospektive bietet – wie auch immer man diese gestalten möchte.

Und so geht’s: Wir malen einen Tannenbaum auf ein Flipchart (Andrea hat unseren damals sogar noch mit echtem Lametta verziert). Der Tannenbaum wird an eine Meta-Planwand gepinnt. Unter den Tannenbaum pinnen wir für jedes Team-Mitglied ein Blatt, auf dessen Vorderseite ein Geschenk mit seinem Namen gezeichnet ist. Auf der Rückseite steht der Satz: „Komplimente, die ich Dir gerne in die Weihnachtszeit mitgeben möchte:“.

Eröffnung der Retrospektive: Jedes Teammitglied nimmt seinen Geschenk-Zettel und einen Kugelschreiber. Jetzt werden die Zettel reihum gegeben und jeder schreibt für jeden das auf die Rückseite, was er ihm mitgeben möchte. Wenn die Zettel wieder bei den „Beschenkten“ angekommen sind, werden sie nicht gelesen, sondern umgedreht und wieder unter den Baum gehängt.

Jetzt geht es los in die eigentliche Retrospektive … hier ist man in der Gestaltung frei.

Beim Closing der Retrospektive schließen wir dadurch, dass wir uns für die Teilnahme bedanken, ein frohes Weihnachtsfest wünschen und die Team-Mitglieder auffordern, ihre Geschenke vom Anfang der Retrospektive mitzunehmen – und wenn sie möchten „auszupacken“.

… und für alle, die größere Mengen an Geschenken brauchen gibt es hier ein Geschenke-Template zum Ausdruck auf A5 🙂

Geschenk-SW

Buch: Wenn Grenzen keine sind – Management und Bergsteigen

Ich persönlich werde wohl in meinem Leben kein großer Malik-Fan mehr werden. Trotzdem finde ich im Buch „Wenn Grenzen keine sind – Management und Bergsteigen“ von Fredmund Malik einige gute Denkanstöße und er schreibt sicherlich viel Wahres. Im Folgenden möchte ich gerne wieder einfach einige Zitate, die mir besonders ins Auge gefallen sind auflisten. Zumindest für die bergbegeisterten unter uns ist dieses Buch wohl ein Muß 😉

Buch: Wenn Grenzen keine Sind - Malik
Buch: Wenn Grenzen keine Sind – Malik

Zitate

„Management ist jene gesellschaftliche Funktion, welche die Organisationen einer Gesellschaft dazu befähigt, richtig zu funktionieren, damit sie ihren Zweck zuverlässig erfüllen können.“

„Ich halte es auch für eine der gesellschaftspolitischen Irrlehren, dass Organisationen in Wahrheit nicht Management, sondern charismatische Leadership benötigen.“

„Unvermeidlich kommen immer wieder dieselben zwei Typisierungen in die Diskussion, die der amerikanische Psychologe Douglas McGregor 1960 in ’The Human Side of Enterprise’ dargestellt und mit den Begriffen ’Theorie X’ und ’Theorie Y’ bezeichnet hat. Diese zwei Menschenbilder waren schon damals uralt. … Für das Management sind sie weitgehend untauglich, weil sie mehr Schaden als Nutzen stiften.“

„Wer sich auf Menschenbilder fixiert, läuft nicht nur Gefahr, den Menschen Unrecht zu tun, sondern er vernachlässigt das Wichtigste im Management: nämlich herauszufinden, was der Einzelne kann, welche Stärken er hat – und ihn dort einzusetzen, wo er einen Beitrag zu leisten vermag.“

„Das Überschreiten von scheinbaren Grenzen findet dort statt, wo Menschen sich nicht fragen, ob sie motiviert sind und Lustgewinn erwarten dürfen, sondern wo sie sich aufgerufen fühlen, eine Aufgabe zu erfüllen, eine Situation zu meistern und eine Pflicht zu tun.“

„Durch die überwiegende Fokussierung auf Schwächen übersieht man leicht, dass Menschen durch die Beseitigung von Schwächen nur selten erfolgreich werden können, sondern ausschließlich dadurch, dass sie ihre schon vorhandenen Stärken weiterentwickeln und voll nutzen.“

„Gefühle selbst und allein sind keine Hilfe dafür, solche Systeme und Situationen zu verstehen und darin richtig zu handeln.“

„Der Mensch ist ein soziales Wesen nur in dem Maße, wie er gelernt hat, Regeln zu befolgen, statt seinen Impulsen nachzugehen. Er ist human, nicht weil er Emotionen hat; er ist human, weil er seine Emotionen unter Kontrolle gebracht hat.“

„Sinn kann man nicht geben, nur finden.“

„Als Führungskräfte können wir aber zwei Dinge tun: dafür sorgen, dass den Menschen der Sinn nicht genommen wird, und für die Menschen die Möglichkeit schaffen, dass sie ihren Sinn finden können.“

„Wenn man keine Information über die Zukunft hat, dann gibt es nur eine taugliche Strategie, nämlich sich auf alles vorzubereiten, um im entscheidenen Moment richtig handeln zu können.“

„Die Maxime, die im Management zu gelten hat, lautet: Fehler darf man nicht machen.“

Buch zu gewinnen

Am 2.+3. Juni gibt es in Berlin wieder das Agile Lead Camp. Da ich gerade mit Lucius eine Online-CoRe-Session vorbereite, habe ich aus seiner Sponsorenkiste das Buch „User Story Mapping“ von Jeff Patton (in der deutschen Fassung) bekommen, das ich einem von euch schenken möchte.

Buch "User Story Mapping" von Jeff Patton
Buch „User Story Mapping“ von Jeff Patton

Ich verlose das Buch unter allen, die bis Freitag, den 29.5.2015 10:00 Uhr den folgenden Tweet retweeten:

Viel Glück

 

Update: Das Los wurde gezogen. Es gab 20 Retweets. Die Ziehung einer Zufallszahl zwischen 1 und 20 mit dem Zufallsgenerator ergab die Zahl 17. Der 17. Retweet kam vom Kollegen schmadl. Danke an alle für’s Mitmachen!

Besser werden! – Der Coach Reflection Day

Noch eine agile Konferenz? Nur einen Tag? Ohne Vorträge? Wer braucht denn das? Gibt es nicht schon dutzende agile Veranstaltungen?CoReDay

Jein. Als Martin Heider, Gerald Fiesser und ich uns 2013 das erste Mal zusammengesetzt haben mit der Idee einen Coach Reflection Day (#CoReDay) zu veranstalten, haben wir uns auch genau diese Fragen gestellt. Mit dem CoRe Day wollen wir aber etwas anderes erreichen, als die meisten agilen Veranstaltungen.

Der Sinn des Coach Reflection Days

Anders als bei Konferenzen und Coach Camps geht es auf dem CoRe Day darum, dass jeder Teilnehmer den für ihn passenden nächsten Schritt auf seinem individuellen Entwicklungsweg findet. Und dass er dort konkrete Optionen um diesen Schritt zu gehen mitnimmt. Um das zu erreichen verwenden wir auf dem CoRe Day strukturierte Formate aus klassischen Coaching-Ausbildungen. Zudem hat ein CoRe Day auch immer einen Open Space-Anteil um den Teilnehmern einen auf die individuellen Bedürfnisse angepassten Austausch anbieten zu können.

Was nehme ich mit vom CoRe Day?

Beim CoRe Day geht es um Dich! Die Formate, die wir verwenden ermöglichen es jedem Teilnehmer, konkrete Probleme aus dem Alltag einzubringen und neue Handlungsoptionen mit nach Hause zu nehmen. Die Grundidee des Tages ist es, dass ein Teilnehmer mit seinem konkreten Problem vom Donnerstag zum CoRe Day kommt. Dort reflektiert er mit Hilfe der anderen Teilnehmer über das Problem und bekommt von ihnen so konkrete Handlungsoptionen mit auf den Weg, dass er bereits am Montag anders Handeln kann. Es geht also nicht darum, neue Prozesse oder Tools kennenzulernen, sondern den nächsten kleinen Schritt in der persönlichen Entwicklung zu machen. Individuell. Praktisch.

Funktioniert das?

Inzwischen gibt es auch einige Erfahrung von CoRe Days. Es gab bereits zwei CoRe Days in Nürnberg/Fürth und einen in Karlsruhe. Das Feedback der Teilnehmer am Ende des Tages ist immer sehr positiv gewesen. Einige Auszüge:

  • „Ein großartiger Tag mit vielen begeisterten Menschen. Ich habe selten an einem Tag soviel geballtes Wissen erfahren“
  • „Das wertvollste am #CoReDay ist, dass es mir hilft, mich selbst zu reflektieren und dadurch neuen Mut und Energie zu tanken.“
  • „Viele Anregungen und Problemlösungen für die tägliche Praxis. Prädikat: wertvoll. Komme nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.“

Das Feedback zeigt auch, dass die Teilnehmer mit dem Format genau das mitnehmen, was wir beabsichtigt hatten. Wertvolle und praktische nächste Schritte auf ihrem individuellen Weg zur Perfektion.

Wie komme ich zu einem CoRe Day?

Grundsätzlich ist die Idee des CoRe Days auch, dass es ein Low-Cost-Event ist und mittelfristig in verschiedenen Städten von verschiedenen Organisatoren angeboten wird. Daher kommen nach und nach neue Städte und CoRe Days dazu. Für alle, die Interesse haben an einem CoRe Day teilzunehmen gibt es inzwischen verschiedene Möglichkeiten sich zu informieren:

Wir haben eine zentrale Webseite für alle CoRe Days aufgesetzt: http://www.coachreflectionday.org/

Es gibt einen Twitter-Account auf dem regelmäßig über neue Events informiert wird: https://twitter.com/core_day

In den kommenden Wochen sind drei CoRe Days geplant und bereits offen für die Registrierung:

Und natürlich gibt es die Möglichkeit selbst einen CoRe Day zu organisieren. Viel Spaß beim Lernen!

 

PairSensing – Wissen teilen kompakt

Basierend auf dem Format des Buches „Agile Planet“ haben Martin Heider und ich ein Mini-Workshop-Format entwickelt, in dem sich beliebiges Wissen kompakt und schnell zu Papier bringen lässt. Inzwischen wird dieses Format schon in verschiedenen Firmen für Dokumentation (von z.B. Sprint-Ergebnissen) verwendet. Das tolle Feedback zum Workshop auf der Tools4AgileTeams hat mich dazu veranlasst, das Format hier noch einmal im Detail vorzustellen.

PairSensing

In 140 Zeichen

60 Minuten verstehen, verdichten, verbildlichen = 1 Tweet, 1 Abstract, 1 Bild = Wissen kompakt #PairSensing #OnePageUniverse

In 200 Worten

In einem PairSensing Workshop nehmen sich immer zwei Personen gemeinsam ein beliebiges Thema vor. Zu diesem Thema co-kreieren sie jeweils einen Satz (Tweet), einen Abstract zum Thema und ein Bild. Der Workshop funktioniert wie folgt:

Start

Falls nicht vorgegeben, Themen in der Runde sammeln und dazu auffordern, Paare zu den Themen zu bilden.
Kurz allen Teilnehmern anhand einer Skizze den gesamten Prozess und Brainwriting erklären.

Tweet erstellen

Wir verwenden hierfür Brain-Writing:
Jedes Paar schnappt sich drei A4-Blätter: Eines pro Person und eines zum Tauschen.
3 min: Jeder schreibt für sich einen kurzen Satz, der das Thema beschreibt auf seinen Zettel, tauscht diesen dann mit dem Zettel in der Mitte. Wiederholen, bis die Zeit um ist.
3 min: Alle Tweets durchlesen.
4 min: Beide einigen sich auf den besten Tweet oder stellen aus den vorhandenen einen noch besseren zusammen. Dieser wird auf ein frisches Blatt / Post-It geschrieben.

Abstract erstellen

Jeder schnappt sich ein frisches A4-Blatt
5 min: Jeder schreibt für sich die wichtigsten Stichpunkte zum gewählten Thema auf.
5 min: Jeder liest die Stichpunkte des anderen und markiert die aus seiner Sicht wichtigsten ca. fünf Punkte auf dem Blatt des anderen
5 min: Gemeinsam werden die ca. zehn wichtigsten Stichpunkte zu einem kurzen Abstract in Stichpunkt-Form verschmolzen. Dieser wird auf ein frisches Blatt notiert.

Bild erstellen

Jeder schnappt sich ein frisches A4-Blatt
10 min: Jeder skizziert für sich ein Bild, das das Thema schön veranschaulicht.
5 min: Beide schauen sich die Skizzen des jeweils anderen an um die besten Ideen aus beiden Bildern zu finden.
15 min: Gemeinsam wird ein Bild aus den besten Elementen beider Bilder auf ein frisches Blatt gemalt.
Zusammenfassung / hübsch machen
Im letzten Schritt können die Ergebnisse nun schön aufbereitet werden, um auf einem A3-Blatt als einseitige Übersicht für das Thema ausgestellt zu werden.
Es bietet sich an, jedes Paar sein Thema für 1-2 Minuten präsentieren zu lassen.

Weiteres Wissen

Blog-Eintrag von Urs Reupke: One-Pagers: A tool to quickly summarize a topic
Beschreibung des One-Page-Formats: Das Wissen der Welt auf einer Seite
Diskussion des Formats auf dem Open-Up Camp ’14: One Page Universe

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Agile Chartering

In den letzten Tagen hatte ich die große Freude mit einigen tollen Menschen drei Tage in Itterswiller (FR) zu verbringen und dort am Thema „Agile Chartering“ mitarbeiten zu dürfen. Im Rahmen dieser Arbeit ist ein One-Pager zum Thema entstanden, den ich im Folgenden gerne teilen möchte.

Die englische Version und eine französische Übersetzung findet sich im Blog von Fabrice Aimetti.

Agile Chartering

In 140 Zeichen

Je besser das Team, desto besser das Ergebnis. Agiles Chartering ist ein Hilfsmittel, um Teams erfolgreich auf den Weg zu bringen.

In 200 Worten

Agile Chartering ist eine Investition die Arbeitsgruppen und Projekte erfolgreicher macht. Gegenüber anderen Chartering Techniken geht es beim agilen Chartering nicht nur um das Projekt, sonder vor allem darum, was die Menschen brauchen die das Ergebnis liefern werden. Beim agilen Chartering sollen alle Stakeholder zu Wort kommen. Es eröffnet die Möglichkeit eine gemeinsame Sicht auf das Projekt, die Vision und den Kontext zu erarbeiten. Ein Ergebnis ist die Teilhaberschaft der Gruppe am Projekt und damit verbunden eine höhere Bindung an die Projekt-Ziele.

Die drei Säulen eines agilen Chartering Workshops sind:

  • Ziel: Die gesamte Arbeitsgruppe überarbeitet die initiale Ziel-Formulierung. Projekt-Vision, Mission und Tests für die Mission werden gemeinsam erarbeitet.
  • Ausrichtung: Die Gruppe einigt sich auf grundlegende Werte und Prinzipien und legt fest, wer im Kern-Team ist.
  • Kontext: Die Gruppe findet heraus, wo Grenzen liegen, mit wem sie interagieren muss und macht grundlegende Planung und Risiko-Analyse.

Wichtig ist, dass das Ergebnis eines Agilen Charterings nicht ein endgültiges Dokument ist. Vielmehr bleiben die Ergebnisse ständig im Entwurfs-Zustand und sollen während des Projektverlaufs ständig aktualisiert werden.

Weiterführende Quellen

Buch: LiftOff (Diana Larsen, Ainsley Nies)

AgileChartering

Teilnehmer

Teilnehmer des LiftingOff Workshops in Itterswiller 2014
Teilnehmer des LiftingOff Workshops in Itterswiller 2014